Freundeskreis Wilhelm Weber (seit 1990)

Der Verein versammelte naturwissenschaftshistorisch interessierte Wissenschaftler der Universitäten Halle und Leipzig sowie Wittenberger Bürger.innen. Er widmete sich der Pflege des Andenkens an den Physiker Wilhelm Weber (1804–1891) sowie seiner Brüder Eduard Friedrich (1806–1871) und Ernst Heinrich (1795–1878), die beide als Medizinprofessoren in Leipzig tätig waren. Die Gebrüder Weber, Söhne des Wittenberger Theologieprofessors Michael Weber, waren gebürtig aus Wittenberg. 1813 hatte die Familie die napoleonisch besetzte Stadt verlassen müssen. Der namensgebende Wilhelm gehörte 1837 zu den Göt­tinger Sieben, die gegen den Verfassungsbruch durch den König von Hannover protestierten. Er erfand in Koope­ration mit Carl Friedrich Gauß die erste elek­tromag­netische Telegrafenanlage, formulierte das Grundgesetz der elektrischen Wirkung, und nach ihm ist die Maßeinheit für den magnetischen Fluss benannt. Die Gebrüder Weber zusammen haben wesentliche Beiträge zur Begründung der Elektrophysiologie geleistet, womit sie frühzeitig interdisziplinäre Prozesse eingeleitet haben.

In Zusammenarbeit mit den Universitäten Halle und Leipzig wurden 1991 und 1993 durch den Freundeskreis zwei Weber-Symposien durchgeführt sowie eine Wanderausstellung „Die Gebrüder Weber als Wegbereiter interdisziplinärer Forschung“ gestaltet. Heute widmet sich der Freundeskreis der Pflege der umfangreichen Nachrichtentechnischen Sammlung (seit 2001 im Besitz der Städtischen Sammlungen) und arbeitet an deren angemessener Unterbringung und Präsentation.

Literatur

Peer Pasternack: Im Weberhaus, in: ders., 20 Jahre HoF. Das Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg 1996–2016: Vorgeschichte – Entwicklung – Resultate, BWV – Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2016, S. 18–22

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