Weitere Überlieferungen mit LEUCOREA-Bezügen

Bibliothekarische bzw. Bibliotheksbestände

Neben den Beständen der Universitätsbibliothek finden sich an zahlreichen Orten Sammlungen von Druckwerken, die mit der Universität Wittenberg im Zusammenhang stehen, ohne aus Wittenberger Sammlungen zu stammen.

Ein Beispiel sind die Lektionskataloge (Vorlesungsverzeichnisse) der LEUCOREA, die seit 1610 semesterweise gedruckt worden waren. Sie sind nicht vollständig überliefert, und die vorhandenen Exemplare sind heute auf drei Bibliotheken verstreut: die Bibliothek des Evangelischen Ministeriums im Augustinerkloster Erfurt, die Forschungsbibliothek zu Gotha und die Thüringische Universitäts- und Landesbibliothek Jena.

Zahlreiche Wittenberger Dissertationen und Disputationsschriften lagern in den Magazinen verschiedenster Bibliotheken. Im Zuge der Digitalisierungsprojekte VD 16, VD 17 und VD 18 wird eine beträchtliche Anzahl davon inzwischen online bereitgestellt. Die Deutsche Digitale Bibliothek ist das zentrale Portal zu diesen Beständen: Die dortige Suche nach „Dissertatio Univers* Wittenb*“ ergibt 451 Treffer, die Suche nach „Disputatio Univers* Wittenb*“ 850 Treffer.

Im Wittenberg des 19. Jahrhunderts dann waren universitätsbezogene Bestände nicht nur dadurch vorhanden, weil Teile der Universitätsbibliothek im Predigerseminar verblieben. Vielmehr begann Mitte des 19. Jahrhunderts auch der Aufbau einer neuen umfangreichen Sammlung. Das geschah im Zuge der reifenden Idee, ein reformationsgeschichtliches Museum im Lutherhaus zu gründen.

Die dort im Laufe der Zeit aufgebaute Sammlung sollte dann auch zahlreiche Drucke und Bücher Wittenberger Professoren enthalten. Die vom preußischen König angekaufte „Sammlung Augustin“, benannt nach dem Dom- und Oberdomprediger Christian Friedrich Bernhardt Augustin, bildete ihren Grundstock. Neben Ölgemälden, Grafiken, Münzen und Medaillen sind auch etwa 1.200 Drucke von Luthers Schriften und anderer Reformatoren Teil dieser Sammlung, ebenso rund 2.600 Flugschriften, Lebensbeschreibungen und Jubiläumsliteratur. Zu den wertvollsten Einzelstücken gehören Erstausgaben der Hauptwerke Luthers.

Nach der Museumsgründung als „Lutherhalle“ 1883 wurde diese Bibliothek stetig erweitert – teils durch gezielte Neuerwerbungen, teils durch Schenkungen. So schenkte Kaiser Wilhelm II. dem Lutherhaus 1911 eines der ältesten Reformatoren-Stammbücher mit handschriftlichen Eintragungen unter anderem von Luther, Melanchthon und Bugenhagen. Die Erweiterung wurde im 20. Jahrhundert fortgesetzt. In den DDR-Jahrzehnten erwies es sich als schwierig, den Bestand umfangreich zu vergrößern, nicht zuletzt wegen Devisen-Mangels.

Nach der deutschen Vereinigung 1990 konnten Bestrebungen, die Lutherhaus-Bibliothek weiterzuentwickeln, wieder verstärkt aufgenommen werden. Der Fokus lag dabei stets auf Geschichte und Wirkung der Reformation mit Martin Luther. Daneben enthielt sie spezielle Sammlungsbereiche wie die Inkunabelnsammlung mit rund 500 Wiegendrucken. In gewisser Weise aktualisierte die Lutherhaus-Bibliothek auch eine abgebrochene LEUCOREA-Tradition: Durch das Lutherhaus und seine Sammlungstätigkeit gelangten wieder Büchersammlungen prominenter Reformationsforscher als Nachlässe nach Wittenberg.

2018 wurde die Bibliothek des Lutherhauses mit der Predigerseminarbibliothek in der Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek zusammengeführt. Diese umfasst heute einen Bestand von etwa 220.000 Bänden.

Archivalische Überlieferungen

Museum im Zeughaus Wittenberg, Ausstellungsort der Städtischen Sammlungen. Quelle: Wikimedia

In Wittenberg selbst finden sich Archivbestände, die mancherlei Bezüge zur Universitätsgeschichte aufweisen, ohne direkt aus der Universität zu stammen: in den Städtischen Sammlungen mit ihrem Ratsarchiv und im Archiv der Stadtkirchengemeinde.

Die Städtischen Sammlungen Wittenberg mit dem Ratsarchiv (mit bis zu 700 Jahren alten Beständen) verfügen über

  • landesherrliche Stipendiatenverzeichnisse von 1605 bis 1660; diese wurden auf Befehl des Kurfürsten quartalsweise angelegt, um die vergebenen Stipendien und ihre Empfänger zu dokumentieren,
  • Überlieferungen zu privaten (familiären) Stipendienstiftungen,
  • Akten zu Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Universität, z.B. über die Zuständigkeiten für die Gerichtsbarkeit und
  • Studentenstammbücher.

Daneben gibt es diverse Bestände, welche die Beziehungen zwischen Universität und Stadt bzw. Universitätsangehörigen und Stadt dokumentieren, so

  • zu Hochzeitsgeschenken der Stadt an Professoren,
  • zu Festlichkeiten, die gemeinsam von Universität und Stadt organisiert wurden, etwa die Reformationsfeste,
  • zum städtischen Gesundheitswesen, etwa eine gemeinsam von der LEUCOREA, der Stadt und der kurfürstlichen Verwaltung erstellte Pestordnung,
  • einen großen und alle Jahrhunderte übergreifenden Bestand an Kämmereirechnungen: dieser gibt z.B. Aufschluss über die Brauereirechnungen der Professoren oder über deren Ankäufe von Steinen und sonstigen Baumaterialien, was wiederum Rückschlüsse auf deren Wohn- und Eigentumsverhältnisse zulässt,
  • Urbarien mit Urkundensammlungen und weitere Unterlagen zu Grundstücken: aus diesen lassen sich ebenfalls Wohn- und Eigentumsverhältnisse rekonstruieren, und zwar für diejenigen Professoren, die nicht in universitären Freihäusern wohnten.

Ein Großteil der Bestände der Städtischen Sammlungen ist zur Nutzung vor Ort digitalisiert.

Im Archiv der Stadtkirchengemeinde Wittenberg finden sich Akten zu diversen privaten (familiären) Stipendienstiftungen sowie die Wittenberger Ordiniertenbücher von 1537 bis 1811 in neun Bänden. Von Georg Buchwald wurden in zwei Bänden die überlieferten Verzeichnisse aller von 1537 bis 1572 auf der Wittenberger Universität zum Predigtamt eingesegneten Geistlichen veröffentlicht (Band 1, Band 2).

Wie für die meisten Universitäten der Frühen Neuzeit typisch, so war auch die LEUCOREA stark mit anderen Universitäten vernetzt. Hinzu traten die Kommunikationsaktivitäten der Wittenberger Professoren, die im Zuge der reformatorischen Entwicklungen nötig waren. Infolgedessen finden sich heute an zahlreichen Orten Überlieferungen, die mit der Universität Wittenberg im Zusammenhang stehen, ohne aus Wittenberger Sammlungen zu stammen.

Ein Weg zu entsprechenden Beständen zahlreicher Archive ist das Archivportal der Deutschen Digitalen Bibliothek – jedenfalls für die Archive, die sich an dieser Initiative beteiligen. Wird dort mit dem Suchbegriff „Universität Wittenberg“ recherchiert, so ergeben sich 7.139 Ergebnisse in 18 Archiven bzw. Archivverbünden. Darunter sind bislang 16 Datensätze aus vier Archiven mit Digitalisaten verknüpft. Der Suchbegriff „Leucorea“ erbringt elf Ergebnisse. In anderen Rechercheportalen ergeben sich auch darüber hinausgehende Treffer.

Zahlreich und breit gestreut sind dabei und darüber hinaus insbesondere die Bestände an Autographen Wittenberger Universitätsprovenienz:

  • Aus der ersten Wittenberger Universitätsbibliothek stammen zahlreiche Autographe der Wittenberger Reformatoren in der heutigen Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB). Diese waren als Teil der Bibliotheca Electoralis (Link zu den 125 Digitalisaten) und als Teil der Sammlung Rörer nach Jena gelangt (siehe Universitätsbibliothek). Auch letztere wurden dort mittlerweile digitalisiert (Link).
  • Im Bestand der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt befinden sich ebenfalls zahlreiche Handschriften Wittenberger Universitätsprovenienz. Soweit sie aus der Ponickauischen Bibliothek stammen, sind sie mittlerweile auch digitalisiert (Bestandsübersicht).
  • Ein anderes Beispiel ist die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB). Sie bewahrt ein Viertel aller erhaltenen Schriften von der Hand Martin Luthers – neben Manuskripten auch mehr als 50 eigenhändige Briefe. Zur Sammlung zählen darüber hinaus originale Schriftzeugnisse von Philipp Melanchthon, Caspar Cruciger, Justus Jonas, Georg Spalatin und anderen bedeutenden Reformatoren. 95 Autographe der Reformationszeit aus dem SLUB-Bestand sind in einem Online-Projekt aufbereitet und zugänglich gemacht worden.
  • Eine Vielzahl von Dokumenten zur Reformation in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts findet sich in verschiedenen Landes- und Staatsarchiven. Sie verdeutlichen das Wirken Wittenberger Professoren weit über Kursachsen hinaus. Das Reformationsportal Mitteldeutschland weist die Fundorte mit ihrer geographischen Verteilung aus (Link). Dort sind unter anderem „Empfehlungen Melanchthons zur Verbesserung der Universität Marburg“ (Hessisches Staatsarchiv Marburg), „Martin Luthers Bedenken gegen die Einladung Landgraf Philipps zum Marburger Religionsgespräch“ (ebd.) oder Luthers Aufforderung zur „Durchführung der Kirchen- und Schulvisitation im ganzen Land“ (Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Altenburg) gelistet. Die Listentreffer sind verbunden mit Digitalisaten bei den Archiven.

Zwei wichtige Einzelstücke finden sich heute in den Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Deren Münzkabinett verwahrt das originale Rektoratssiegel der LEUCOREA, und um Zentralarchiv findet sich die Akte zur Überstellung eines Teils des Kunstschatzes der Universität in die Königliche Kunstkammer.

Forschungssaal, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Quelle: Wikimedia

In den Beständen des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz sind nicht nur die Verwaltungsvorgänge der Wittenberger Universitätsabwicklung dokumentiert (z.B. „Umwandlung des Naturalienlohns einiger Professoren aus dem Universitätsfonds in Wittenberg in eine feste Rente“). Auch aus der vorangegangenen kursächsischen Zeit lassen sich Wittenberg-relevante Funde machen, meistenteils in den Ablagen „[Preußische] Beziehungen zu Kursachsen“. Insgesamt ergibt die Suche nach „Universität Wittenberg“ in der Online-Archivdatenbank des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz 140 Treffer, verteilt auf 55 Gliederungspunkte der Archiv-Tektonik.

Von Interesse für Fragen der Reformationsgeschichte und der neueren Reformationswirkungsgeschichte sind auch die Sammlung und das Hausarchiv des Lutherhauses. Sie enthalten vor allem Sammlungsgut, das auf die Reformation sowie die in Wittenberg betreuten Häuser bezogen ist. Drei dieser Häuser – Lutherhaus, kurfürstliches Stipendiatenhaus und Collegium Augusteum – dienten unmittelbar (auch) universitären Zwecken, und das Melanchthonhaus ist durch seinen Bewohner gleichfalls ein Ort der Wittenberger Universitätsgeschichte. Die heutige Sammlung der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt begann in Vorbereitung auf die Eröffnung des Hauses als Museum im Jahr 1883. Seither wird die Sammlung ständig erweitert. Sie ist wie folgt gegliedert:

  • Die Bibliothek umfasst 16.000 Titel vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. 90 Prozent der Erstausgaben von Luthers Schriften gehören zum Bestand, desweiteren 14.600 Dissertationen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Die Arbeitsbibliothek des Lutherhauses umfasst etwa 20.500 Titel. Beide Bestände wurden 2017 in die neue Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek eingegliedert, deren Mitgesellschafter die Stiftung Luthergedenkstätten ist.
  • Rund 7.000 Briefe und Manuskripte zur Reformationsgeschichte sowie Handschriften zur Wittenberger Universitätsgeschichte, zur Geschichte deutscher und europäischer Dynastien und kulturhistorische Dokumente vom 11. bis zum 20. Jahrhundert befinden sich im Besitz der Stiftung.
  • Vor allem Lutherporträts, Darstellungen zu Luthers Leben, Bildnisse von Reformatoren, Gedenkblätter, Spottbilder und Stadtansichten finden sich unter den rund 13.900 grafischen Blättern aus dem 15. bis zum 21. Jahrhundert. Besonders wertvoll sind die rund 1.400 Grafiken des 16. Jahrhunderts, insbesondere Wer­ke des älteren und des jüngeren Lucas Cranach.
  • Von der frühen Reformationszeit bis zur modernen Kunstmedaille reicht die numismatische Sammlung. Der 2.800 Münzen und Medaillen umfassende Bestand zählt auf diesem Gebiet zu den großen Spezialsammlungen der Welt.
  • Herausragende Lutherporträts von Lucas Cranach d.Ä. und seiner Werkstatt befinden sich im Besitz der Stiftung, darunter ein sehr frühes Porträt des Reformators von 1520. Rund 300 Gemälde, vor allem aus dem 16. und dem 19. Jahrhundert, gehören zur Sammlung.
  • Erinnerungsobjekte, Souvenirs, Alltagsgegenstände, Porzellane, Möbel und viele weitere Objekte mit Bezug zu Luther zeigen die ganze Breite der Lutherrezeption in Gestalt von Kunsthandwerk und Kuriosa. Herausragend sind die „Lutherreliquien“ sowie Möbel aus dem Hausgebrauch des Reformators und Alltagsgegenstände aus dem 16. Jahrhundert.

Daneben gibt es das Hausarchiv der früheren Staatlichen Lutherhalle. Dieses dokumentiert die Entwicklung des Reformationsgeschichtlichen Museums: als kulturell-wissenschaftliche Einrichtung und hinsichtlich der Erhaltung und Entwicklung zunächst des Lutherhauses, später auch des Melanchthon-Hauses in Wittenberg. Es umfasst Unterlagen

  • zu Finanz- und Haushaltsangelegenheiten,
  • zu baulichen und denkmalpflegerischen Maßnahmen,
  • zu (Reformations-)Jubiläen und Jahrestagen,
  • Konzeptionen und Planungen,
  • Presseangelegenheiten incl. Zeitungsausschnittsammlungen,
  • desweiteren Geschäftsordnungen und Satzungen,
  • Umfeldbeziehungen incl. Berichterstattungen u.v.a.m.

Diese Bestände sind für zeithistorische Forschungen zur Reformationswirkungsgeschichte, zu den politischen Konjunkturen des Umgangs mit dem reformatorischen Erbe und zur Museumspolitik im 20. Jahrhundert von beträchtlichem Wert (Findbuch).

Die 2018 gegründete Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek Wittenberg verwahrt – neben rund 220.000 Büchern – auch eine Reihe nichtbibliothekarischer Sammlungen. Diese sind aus dem Evangelischen Predigerseminar übernommen worden: mehrere Sondersammlungen von Handschriften, Funeralien und Gemälden, Archivalien zur Abwicklung der Leucorea 1817 und Folgejahre sowie das Archiv des Predigerseminars seit 1817 (RFB-Bestandsbeschreibung).

Literatur

Jens Hüttmann: Das Wittenberger Stadtkirchenarchiv, in: Jens Hüttmann/Peer Pasternack (Hg.), Wissensspuren. Bildung und Wissenschaft in Wittenberg nach 1945, Wittenberg 2004, S. 107–109

Peer Pasternack: Stadtgeschichtliches Museum – Städtische Sammlungen, in: Jens Hüttmann/Peer Pasternack (Hg.), Wissensspuren. Bildung und Wissenschaft in Wittenberg nach 1945, Wittenberg 2004, S. 209–221

Heinrich Kühne: Die Bibliothek des letzten Professors der Universität Wittenberg, in: Marginalien 1/1978, S. 52–56

Behandelt die Bibliothek Heinrich Leonhard Heubners (1780–1853).

Luthersammlung zu Wittenberg, in: Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen 7/1860, S. 400–401

Luthersammlung zu Wittenberg, in: Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen 5-6-7/1882, S. 338–341

Hier auch abgedruckt die Geschäftsordnung für das Kuratorium und den Konservator der Luthersammlung zu Wittenberg.

Julius Jordan: Zur Geschichte der Sammlungen der Lutherhalle 1877–1922, Adolf Tietze, Wittenberg 1924

1883 war die Lutherhalle als reformationsgeschichtliches Museum eröffnet worden, aber bereits einige Jahre zuvor hatte eine vorbereitende Sammlungstätigkeit eingesetzt. Die Darstellung setzt 1877 ein (die Inhaltsverzeichnisangabe „1887“ ist ein Druckfehler), als sich ein Komitee zur Systematisierung der in Wittenberg befindlichen Luther-Memorabilia und zum Erwerb weiterer Stücke bildete.

Julius Jordan: Zur Einführung in die Sammlungen der Lutherhalle in Wittenberg, 3. Aufl., Verlag der Luther-Gesellschaft, Wittenberg 1924

In der kurzen Schrift offeriert der Autor eine Einführung zu den Auslagen im Refektorium, im Mittelgeschoss und im früheren Wohnbereich Luthers und zur Art ihrer Präsentation in der Lutherhalle.

Oskar Thulin: Bilder der Reformation. Aus den Sammlungen der Lutherhalle in Wittenberg, Evangelische Verlagsanstalt, Berlin [DDR] 1953

In Wort und Bild werden Besonderheiten aus den Sammlungen vorgestellt und eingeordnet.

Staatliche Lutherhalle Wittenberg (Hg.): Die Inkunabeln der Staatlichen Lutherhalle Wittenberg. Katalog, bearbeitet von der Inkunabelabteilung der Deutschen Staatsbibliothek Berlin, Wittenberg 1983

Zwar nimmt sich innerhalb der sonstigen Sammlungen der Bestand an Inkunabeln eher bescheiden aus. Er umfasst 48 Werke, die mit typographischem Material des 15. Jahrhunderts hergestellt wurden, dazu zwei Ausgaben, die in der Inkunabelliteratur als Wiegendrucke geführt werden, aber nach Ausweis der verwendeten Typen erst nach 1500 gedruckt sind. Doch gerade, weil derem Erwerb nie das Hauptaugenmerk galt, überrascht ihre Vielfalt und Seltenheit.

Lutherhalle Wittenberg (Hg.): „Neues Altes“. Erwerbungen der Lutherhalle Wittenberg seit 1983, o.O. o.J. [Wittenberg 1995].

Seit der Neugestaltung des Hauses im Zuge des Lutherjubiläums 1983 stand ein regulärer, wenn auch bescheidener Ankaufsetat zur Verfügung. Die Mitarbeiter der Lutherhalle durchforsteten die Antiquariate und wurden manchmal fündig. Mit dem Mauerfall kehrte der unbegrenzte Markt zurück, und auch das richtige Geld kam, „aber zu wenig“, wie es in der Einleitung heißt. Gleichwohl konnte das Sammlungsgeschehen intensiviert werden. Eine Sonderausstellung zeigte die Neuerwerbungen und ordnete sie in die seit 110 Jahren aufgebaute Sammlung des Lutherhauses ein.

Petra Grabowski/Karin Lubitzsch/Elke Stiegler: Restauriertes Kulturgut in der Staatlichen Lutherhalle Wittenberg – Bemühungen um die Erhaltung wertvoller Bestände, in: Schriftenreihe der Staatlichen Lutherhalle Wittenberg H. 3, Wittenberg 1987, S. 14–25

Petra Grabowski: Bibliothek der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt [Bestandsgeschichte und -beschreibung], in: Bernhard Fabian (Hg.), Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Olms Neue Medien, Hildesheim 2003 [Online-Fassung, Stand 2009]

Petra Gröschl: „Schätze … vor dem Verderben oder Untergang bewahren …“. Zur Geschichte der Bibliothek der Lutherhalle Wittenberg, in: Jutta Strehle/Armin Kunz (Hg.), Druckgraphiken Lucas Cranachs d. Ä. im Dienst von Macht und Glauben, Stiftung Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt, Wittenberg 1998, S. 21–28

Petra Gröschl: Das man Fleys und Koste nicht spare, gutte Librareyen odder Bu[e]cher Heuser […] zu verschaffen. Zur Bestandsgeschichte der Bibliothek des Lutherhauses Wittenberg, in: Matthias Meinhardt (Hg.), Die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek Wittenberg. Eine Einladung, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2017, S. 84–94

Jan Scheunemann: Die Akten der Staatlichen Lutherhalle Wittenberg 1930–1990. Findbuch, Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt/Institut für Hochschulforschung (HoF), Lutherstadt Wittenberg 2020

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