Luther-Gesellschaft (seit 1918, seit 2004 wieder in Wittenberg)

Die Luther-Gesellschaft wurde 1918 in Wittenberg gegründet, wobei sie wesentlich von dreizehn Vertretern der Wittenberger Bürgerschaft getragen wurde. Vor allem Theodor Knolle, Pfarrer an der Wittenberger Stadtkirche, Julius Jordan, Ephorus des Evangelischen Predigerseminars und Konservator an der Lutherhalle, sowie der Bauunternehmer Paul Friedrich engagierten sich damals für die Gesellschaft. 1946 wurde die Gesellschaft aus dem Vereinsregister der Stadt Wittenberg gestrichen; 1954 erfolgte in Hamburg ihre Neugründung, und für mehrere Jahrzehnte war dann Hamburg ihr Sitz. Hatte die Gesellschaft seit 1943 nicht mehr in Wittenberg getagt, so kam es 1992 zur ersten Vorstandssitzung in der Lutherstadt nach fast 50 Jahren. 2004 verlagerte die Luther-Gesellschaft ihre Geschäftsstelle wieder nach Wittenberg.

Seit ihren Anfängen tritt die Luther-Gesellschaft mit Vorträgen, Seminaren und weiteren Fortbildungsangeboten sowie mit der Zeitschrift „Luther“ an die Öffentlichkeit. Ein wissenschaftliches Forum bietet sie mit dem Lutherjahrbuch, in dem auch die Lutherbibliographie publiziert wird. Sie vergibt zudem den Martin-Luther-Preis für den akademischen Nachwuchs. Die Luther-Gesellschaft geht, neben der Pflege und Popularisierung des Werkes und Erbes Martin Luthers, auf heutige Probleme des Gemeindeaufbaus, des Religionsunterrichts und der christlichen Bildungsarbeit ein, um ihnen durch den Bezug auf Luther und das reformatorische Christentum Impulse zu verleihen.

Literatur

Hans Düfel: Voraussetzungen, Gründung und Anfang der Luther-Gesellschaft, in: Lutherjahrbuch 1993, S. 72–117

Hans Düfel: Luther-Gesellschaft und Lutherrenaissance. Die Tagungen der Luther-Gesellschaft von 1925 bis 1935, in: Lutherjahrbuch 1997, S. 47–86

Johannes Schilling: Arbeit im Dienst der protestantischen Kultur. Die Luther-Gesell­schaft, in: scienta halensis 2/2005, S. 28–29

Johannes Schilling/Martin Treu (Hg.): Die Luther-Gesellschaft 1918–2018. Beiträge zu ihrem hundertjährigen Jubiläum, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2018, 351 S. – Inhaltsverzeichnis

Der Band spannt einen Bogen von den Gründungsvorbereitungen über die Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus bis in die jüngste Gegenwart. Der Artikel „Wittenberg und die Anfänge der Luther-Gesellschaft“ leitet den Band ein. Weitere Beiträge gelten u.a. dem Lutherjahrbuch und der Zeitschrift „Luther“, der Tagungstätigkeit, der Luther-Gesellschaft während der deutschen Teilung, der Verleihung des Martin-Luther-Preises für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie den von Beginn an bestehenden Beziehungen zur Wittenberger Lutherhalle.

Stefan Rhein: Wittenberg und die Anfänge der Luther-Gesellschaft, in: Johannes Schilling/Martin Treu (Hg.), Die Luther-Gesellschaft 1918–2018. Beiträge zu ihrem hundertjährigen Jubiläum, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2018, S. 9–33

Karlo Vegelahn: Lutherjahrbuch Inhaltsverzeichnis 1919–2007onlinePDF

Lutherbibliographie

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