Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik (WZGE, seit 2000)

Das WZGE organisiert forschungsbasiert Dialogprozesse. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Wirtschaftsethik. Themen sind wirtschaftsethische Probleme mit Bezug auf Afrika und den Nahostraum, die Digitalisierung und Energiewende, Führungs- und Unternehmensverantwortung, Menschenrechte in Lieferketten sowie internationale Diplomatie. Seit 2014 wird ein Doktorandenkolleg „Ethik und gute Unternehmensführung“ betrieben. Zunächst hatte das WZGE seinen Sitz in der Stiftung Leucorea, bevor es 2014 vom Wissenschaftszentrum Sachsen-Anhalt das Wilhelm-Weber-Haus übernahm.

Literatur

Matthias Zentner (Hg.): Gründungskongress des Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik. Dokumentation, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2000 – Inhaltsverzeichnis

Unter Leitung seiner beiden Vorstandsvorsitzenden Andrew Young, UN-Botschafter der USA a.D., und Hans-Dietrich Genscher, Bundesaußenminister a.D., fand vom 6. bis 8. November 1999 der Gründungskongress des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik e. V. in der Lutherstadt Wittenberg statt. Schwerpunkte der Diskussion waren die Themen „Ethik und Politik“, „Ethik, Religion und Jugend“ sowie „Ethik und Wissenschaft“. Der Band enthält neben allen Redebeiträgen und Diskussionsprotokollen das Tagungsprogramm, den Tagungsbericht sowie ein Teilnehmerverzeichnis.

Ingo Pies: Theorie für die Praxis im Dialog mit der Praxis. Das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik | Doris Fuchs/Andreas Suchanek: Ein Kompetenz-Zentrum für die Region. Nachhaltigkeitsforschung an der Leucorea, in: scienta Halensis 2/2005, S. 20–23

Karl Homann: Die wissenschaftliche Konzeption des Wittenberg Center for Global Ethics (WCGE) und die Rolle der Unternehmen, Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik, Wittenberg 2013

Herausgearbeitet wird das Alleinstellungsmerkmal der Konzeption des WZGE: Gleichrangig und in integrierter Form werden die normativen Prinzipien wirtschaftlichen Handelns und die empirischen Bedingungen ihrer Realisierung geltend gemacht. Begründung: Eine Auffassung von Moral und Ethik, die verlangt, dass Akteure dauerhaft und systematisch gegen ihre Anreize handeln müssen, sei mit Marktwirtschaft/Kapitalismus und den Systemimperativen Wettbewerb und Gewinnstreben nicht vereinbar. Folgerung: Um Wohlfahrtsgewinne für alle Menschen offensiv und ohne schlechtes Gewissen realisieren zu können, werde eine Konzeption von Ethik benötigt, die die Moral durch und mit ökonomischer Logik zur Geltung bringt. Dafür werden hier Grundlinien skizziert.

Fachpublikationen

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