Philipp Melanchthon

* 16. Februar 1497 in Bretten; † 19. April 1560 in Wittenberg. Altphilologe, Philosoph, Theologe, Astrologe, Humanist

Neben Luther war Melanchthon der bedeutendste Wittenberger Reformator und treibende Kraft der Reformation in Deutschland und Europa. Bereits zu Lebzeiten wurde er „Praeceptor Germaniae“ (Lehrer Deutschlands) genannt.

  • 1518 Professur für Griechische Sprache an der Universität Wittenberg (nach Studium in Heidelberg und Tübingen); am 25. August hält er seine vielbeachtete Antrittsvorlesung „Über die Neugestaltung des Studiums der Jugend“
  • 1519 Bakkalaureus Biblicus; dadurch Befähigung, Vorlesungen an der Theologischen Fakultät zu halten; Hauptbetätigungsfeld blieb jedoch die philosophische Bildung
  • 1525 Ausstattung mit einer besonders gut dotierten Professur und Befreiung von Fakultätszwängen

Ausgewählte Werke (online verfügbar / deutsche Sprache)

Weitere Digitalisate (auch in lateinischer Sprache)

Auswählte Sekundärliteratur (online verfügbar)

Europäische Melanchthon-Akademie Bretten: Melanchthon-Bibliographie

Weitere Literatur

Michael Beyer/Günther Wartenberg (Hg.): Humanismus und Wittenberger Reformation. Festgabe anläßlich des 500. Geburtstages des Praeceptor Germaniae Philipp Melanchthon am 16. Februar 1997. Helmar Junghans gewidmet, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 1996, 444 S.

Harald Bollbuck: Universalgeschichte, Kirchengeschichte und die Ordnung der Schöpfung. Philipp Melanchthon und die Anfänge der protestantischen Geschichtsschreibung, in: Günter Frank (Hg.), Humanismus und europäische Identität, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, S. 125–152

Joachim Camemarius: Das Leben Philipp Melanchthons, übersetzt von Volker Werner, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2010 – Inhaltsverzeichnis

Irene Dingel/Armin Kohnle (Hg.): Philipp Melanchthon. Lehrer Deutschlands, Reformator Europas (Leucorea-Studien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie Bd. 13), Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2012, 422 S. – Inhaltsverzeichnis

Abstract

Wie kaum ein anderer Zeitgenosse hat Melanchthon durch seine Lehrbücher, Korrespondenzen und Gutachten, seine Exegese und Predigt, durch Bekenntnisse und Ordnungen, durch Geschichtsschreibung und sonstige gelehrte Schriften weit über den Wittenberger Bereich hinaus gewirkt. Die Beiträge nehmen diese wirkungsgeschichtliche Komponente in dreifacher Hinsicht in den Blick: Melanchthon in seinen europäischen Bezügen, die Person Melanchthons und ihre Wirkung auf Europa sowie die Felder der Rezeption Melanchthons und seiner Schriften.

Günter Frank/Stefan Rhein (Hg.): Melanchthon und die Naturwissenschaften seiner Zeit (Melanchthon-Schriften der Stadt Bretten Bd. 4), Thorbecke, Sigmaringen 1998, 329 S. – Inhaltsverzeichnis

Abstract

Dass Philipp Melanchthon zu den Naturwissenschaften und anderen wissenschaftlichen Disziplinen in der frühen Neuzeit ein positives und produktives Verhältnis hatte, ist der Ausgangspunkt des Buches. Die in diesem Band vorliegenden Beiträge aus so verschiedenen Fachdisziplinen wie Theologie, Naturphilosophie, Mathematik, Astrologie, Astronomie, Medizin, Geographie und Kosmographie präsentieren das Bild eines Gelehrten, dem es durch sein Wirken und durch eine umfassende Bildung in nahezu allen Bereichen des Wissens in der frühen Neuzeit gelang, die beginnende religiöse Reformbewegung des 16. Jahrhunderts mit den zeitgenössischen Erneuerungen in Wissenschaft und Technik zu verbinden. Die Beiträge zeigen, dass Melanchthon wie kaum ein anderer Gelehrter eine produktive Synthese von Reformation und expandierenden Wissenschaften seiner Zeit verkörpert.

Wilhelm Hammer: Die Melanchthonforschung im Wandel der Jahrhunderte, 4 Bde., Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1967–1996

Abstract

Wilhelm Hammer, Literaturwissenschaftler aus Minnesota, veröffentlichte 1967 und 1968 ein zweibändiges Werk über die Geschichte der Melanchthonforschung. Dabei betraf der erste Band diejenigen Arbeiten, welche zwischen 1519 und 1799 erschienen waren. Der zweite Band bezog sich auf die Studien mit einem Erscheinungsdatum zwischen 1800 und 1965. Fünf Jahre nach dem Tode Hammers wurden als Band 3 der „Melanchthonforschung im Wandel“ Nachträge und Berichtigungen zusammengestellt. Dieser Band erschien 1981 im Gütersloher Verlagshaus. Noch einmal 15 Jahre später publizierte man einen Registerband zu den in den drei Melanchthonforschungsbänden angesprochenen Werken. Dieses geht auf ein vorläufiges, von Wilhelm Hammer selbst erstelltes, aber nicht vollendetes maschinenschriftliches Register zurück. Es wurde in mühsamer Kleinarbeit durch die Theologen Manfred Blankenfeld und Michael Reichert fertiggestellt.

Jürgen Leonhardt (Hg.), Melanchthon und das Lehrbuch des 16. Jahrhunderts. Begleitband zur Ausstellung im Kulturhistorischen Museum Rostock 25. April bis 13. Juli 1997, Rostock 1997 – Inhaltsverzeichnis

Jürgen Leonhardt: Melanchthon als Verfasser von Lehrbüchern, in: Reinhold Friedrich (Hg.), 500 Jahre Philipp Melanchthon (1497–1560). Akten des interdisziplinären Symposions vom 25.–27. April 1997 im Nürnberger Melanchthon-Gymnasium, Wiesbaden 1998, S. 26–47

Stefan Rhein/Martin Treu (Hg.): Philipp Melanchthon. Zur populären Rezeption des Reformators, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2016 – Inhaltsverzeichnis

Günther Wartenberg: Melanchthonbiographien vom 16. bis zum 19. Jahrhundert (1999), in: ders., Wittenberger Reformation und territoriale Politik. Ausgewählte Aufsätze (Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte Bd. 11), hrsg. von Jonas Flöter und Markus Hein, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2003, S. 201–216

Timothy Wengert: Philip Melanchthon and Wittenberg’s Reform of the theological Curriculum, in: Jordan J. Ballor/David S. Sytsma/Jason Zuidema (Hg.), Church and School in Early Modem Protestantism. Studies in Honor of Richard A. Muller on the Maturation of a Theological Tradition, Leiden/Boston 2013, S. 17–33

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