Melchior Kling

* 1. Dezember 1504 in Steinau an der Straße; † 21. Februar 1571 in Halle (Saale). Jurist und Rechtswissenschaftler

Kling gilt als Vertreter einer systematischen Richtung unter den deutschen Juristen seiner Zeit. Als Berater des sächsischen Kurfürsten nahm er am Regensburger Reichstag 1541 und an der Visitation des Reichskammergerichts in Speyer teil. Während des Schmalkaldischen Krieges diente er als Gesandter in Dänemark. Als Folge der Kriegsniederlage seines Dienstherren verlor er seine Wittenberger Professur. Große Bedeutung erlangte Kling auf dem Gebiet des gemeinen sächsischen Rechts und hier vor allem seine Bearbeitung des Sachsenspiegels.

  • 1527 Immatrikulation an der Universität Wittenberg zum Jurastudium
  • 1533 Promotion zum Doktor der Rechte
  • 1534 Vorlesungen an der Juristischen Fakultät über den „Liber Sextus“
  • 1536 Kanonische Professur; Beisitz am Wittenberger Hofgericht
  • 1541 Ernennung zum kurfürstlichen Rat
  • 1546/47 Nach dem Schmalkaldischen Krieg und dem damit einhergehenden Verlust seiner Professur Fortzug nach Halle und Tätigkeit als Rechtskonsulent; Beisitzer des sächsischen Oberhofgerichts zu Leipzig
  • 1556 Kanzler des Stiftes Halberstadt; zuvor auch magdeburgisches Kanzleramt
  • 1554–1557 Berater des dänischen Königs in Reichsfragen
  • Nach 1557 Arbeit als freiberuflicher Jurist

Ausgewählte Werke (online verfügbar / deutsche Sprache)

Weitere Digitalisate (auch in lateinischer Sprache)

Auswählte Sekundärliteratur (online verfügbar)

Weitere Literatur

Rolf Lieberwirth: Melchior Kling (1504–1571) – Lehrer und Praktiker des Rechts, in: Jahrbuch für hallischen Stadtgeschichte 2004, S. 169–­173

Bernhard Pahlmann: Melchior Kling (1504–1571), in: Gerd Kleinheyer/Jan Schröder (Hg.), Deutsche und Europäische Juristen aus neun Jahrhunderten, 4. Aufl., Müller, Heidelberg 1996, S. 231–234

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