Nikolaus von Amsdorf

* 3. Dezember 1483 in Torgau; † 14. Mai 1565 in Eisenach. Theologe

Nikolaus von Amsdorf gehörte von Anfang an zu den Wortführern der Reformation und wurde ein enger Vertrauter Martin Luthers. Unter anderem in Magdeburg, Einbeck und Goslar verhalf er der Reformation zum Durchbruch und wurde später in Naumburg zum ersten lutherischen Bischof im deutschsprachigen Raum. Amsdorf wirkte auch an der Errichtung der Universität Jena mit. Er nahm an allen theologischen Auseinandersetzungen seiner Zeit teil und verstand sich selbst als Vertreter der unverfälschten Lehre Luthers. Seine Positionen vertrat er in aller Schärfe, sowohl gegenüber der katholischen Seite als auch gegenüber anderen reformatorischen Strömungen.

  • 1502 Immatrikulation an der Universität Wittenberg
  • 1511 Lizentiat der Theologie; hält Vorlesungen in Theologie und Philosophie; zudem Kanonikus am Allheiligenstift
  • 1524 Pfarrer von St. Ulrich und Superintendent in Magdeburg
  • 1542–1546 Bischof von Naumburg
  • 1546 Rückkehr nach Magdeburg
  • 1547 Superintendent in Eisenach

Ausgewählte Werke (online verfügbar / deutsche Sprache)

Weitere Digitalisate (auch in lateinischer Sprache)

Auswählte Sekundärliteratur (online verfügbar)

Weitere Literatur

Irene Dingel (Hg.): Nikolaus von Amsdorf (1483–1565) zwischen Reformation und Politik, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2008 – Inhaltsverzeichnis

Abstract

Der Tagungsband geht Amsdorfs Beitrag zur Weiterentwicklung der reformatorischen Theologie und seinen Einflüssen auf die Gestaltung des Kirchenwesens sowie auf die ernestinische Politik jener durch das Interim geprägten Jahre nach.

Hagen Jäger (Hg.): Nicolaus von Amsdorff. Ausgewählte Schriften der Jahre 1550 bis 1562 aus der ehemaligen Eisenacher Ministerialbibliothek (Leucorea-Studien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie Bd. 32), Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2017 – Inhaltsverzeichnis

Abstract

Der Herausgeber hat bei der Katalogisierung der Eisenacher Ministerialbibliothek einen in der bisherigen Amsdorff-Forschung unbekannten Manuskriptband wiedergefunden. Er enthält insgesamt 23 Schriften und Fragmente Nicolaus von Amsdorffs. Die Schriften sind in der Zeit zwischen 1546 und 1562/1563 entstanden und geben einen Einblick in das Denken und die theologische Arbeit Amsdorffs während der letzten neunzehn Jahre seines Lebens, die ausgefüllt waren mit seinem kompromisslosen Kampf um die Bewahrung der reinen lutherischen Lehre in einer Zeit des politischen und konfessionellen Umbruchs.

Ernst Otto Reichert: Amsdorff und das Interim. Kommentierte Quellenedition mit ausführlicher historischer Einleitung, hrsg. von Hans-Otto Schneider (Leucorea-Studien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie Bd. 14), Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2011 – Inhaltsverzeichnis

Abstract

Die Edition von 16 meist handschriftlich überlieferten Texten Amsdorffs aus den Jahren 1546–1558 lässt Amsdorffs Position deutlich hervortreten. Sie wird eingeleitet von einer ausführlichen biographischen Skizze. Reicherts Standardwerk wurde hier erstmals im Druck vorgelegt, ergänzt um bibliographische Notizen und ein dreiteiliges Register.

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